Ein Bericht von Renate und Jens Menneke (30. Januar – 3. März 2025) – Bilder am Ende des Berichts
Drei Tage in Mumbai – drei Tage voller Begegnungen, Freude und neuer Hoffnung. Unsere Reise begann in Badlapur, einem Vorort von Mumbai, wo unser neues Kinderhaus steht. Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir das Haus feierlich eröffnen konnten, und umso gespannter waren wir, wie es den Kindern inzwischen geht.
Bereits beim Betreten des Hauses wurden wir von fröhlichem Kinderlachen empfangen. Wir waren tief berührt von der Herzlichkeit und der positiven Atmosphäre im Haus. Hier herrscht nicht nur Ordnung, sondern spürbar auch Geborgenheit.
In den drei Tagen vor Ort haben wir viel Zeit mit den Kindern und den Mitarbeitenden verbracht. Es war uns wichtig, nicht nur zu beobachten, sondern mittendrin zu sein – zu spielen, zu malen und mit den Kindern zu essen. Wir wollten mit eigenen Augen sehen, dass es den Kindern nicht nur heute gut geht, sondern dass wir gemeinsam mit unserem Partner El Shaddai eine Umgebung geschaffen haben, in der sie nachhaltig aufblühen können.
Ein Zuhause, das lebt
Was wir vorgefunden haben, erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit: Die Kinder – aktuell sind es 20 im Alter zwischen zwei und zehn Jahren – haben sich wunderbar eingelebt. Sie alle gehen jetzt zur Vorschule und zur Schule. Die Tagesstruktur gibt ihnen Sicherheit, die liebevolle Begleitung durch das Team sorgt für Stabilität und Vertrauen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert und mit wie viel Herz die Mitarbeitenden den Alltag gestalten. Man spürt sofort, dass hier jedes Kind gesehen wird und ein echtes Zuhause gefunden hat.
Auch die Infrastruktur des Hauses hat sich weiterentwickelt. Ein eigener Brunnen wurde installiert und funktioniert zuverlässig – ein wichtiger Schritt zur Eigenständigkeit. Die neu angefertigten Stockbetten bieten den Kindern nicht nur Komfort, sondern auch ihren ganz eigenen Raum. Besonders gefreut haben wir uns über das neue Lern- und Spielzimmer, das nun vollständig eingerichtet ist. Hier machen die Kinder gemeinsam ihre Hausaufgaben und können gleichzeitig einfach mal Kind sein – spielen, lachen, kreativ sein. Dieser Raum war ursprünglich für fünf bis sechs weitere Kinder gedacht. Wir haben jedoch im vergangenen Jahr entschieden: 20 Kinder sind genug für dieses Haus – auch mit Blick auf die Kapazitäten des Personals.
Die Küche ist jetzt vollständig ausgestattet, und ein PC-Arbeitsplatz ermöglicht den älteren Kindern den Zugang zu digitalen Lerninhalten. Als besonderes Highlight konnten wir mit Unterstützung unserer Spender acht Fahrräder für die Kinder kaufen. Das Leuchten in ihren Augen, als sie die Räder entdeckten, werden wir so schnell nicht vergessen. Bei unserer Rückreise vier Wochen später konnten bereits alle fahren – voller Stolz luden sie uns gleich zu einer kleinen Fahrradtour durch die Nachbarschaft ein.
Ein Blick nach vorn
Während unseres Aufenthalts erfuhren wir, dass ein angrenzendes Grundstück zum Kauf angeboten wird. Ein Nachbargrundstück, das ideale Möglichkeiten bietet, das bestehende Haus zu erweitern und noch mehr Kindern ein sicheres Zuhause zu schenken. Die Kosten liegen bei etwa 45.000 Euro – eine Investition in eine Zukunft, die wir unbedingt realisieren möchten. Mehr Platz bedeutet mehr Schutz, mehr Geborgenheit und mehr Chancen für Kinder, die dringend unsere Hilfe benötigen.
Unterwegs im Rotlichtviertel von Mumbai
Ein weiterer wichtiger Teil unserer Reise war der Besuch in Kamathipura, dem ältesten Rotlichtviertel Asiens. Hier arbeitet unser Team mit vier engagierten Mitarbeitenden täglich mit etwa 30 bis 40 Kindern und ihren Müttern. In einem angemieteten Raum finden die Kinder tagsüber Betreuung, Schutz und eine liebevolle Atmosphäre. Es ist ein Ort, an dem sie spielen, lernen und einfach zur Ruhe kommen dürfen – fernab des Straßenlärms und der harten Realität ihrer Umgebung.
Doch ein Problem bleibt ungelöst: Während der Nächte, wenn die Mütter arbeiten müssen, fehlt es an einem sicheren Ort für die Kinder. Die Auflagen für eine nächtliche Betreuung sind hoch – zurecht, denn hier geht es um besonderen Schutz. Dafür braucht es Personal, klare Strukturen und einen sicheren Raum. Matthew ist bereits im Gespräch mit einer Schule, die uns möglicherweise Räume zur Verfügung stellen könnte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer – und ein weiteres Projekt, für das wir dringend Unterstützung benötigen.
Vier Wochen Goa – Begegnungen, Netzwerke und neue Visionen
Nach den Tagen in Mumbai reisten wir weiter nach Goa, zur Zentrale unserer Partnerorganisation El Shaddai Child Rescue. Hier verbrachten wir vier Wochen – und es war wie jedes Jahr eine intensive und inspirierende Zeit.
Ein besonderes Highlight war der Goa-Marathon. Wir trafen Freunde und Unterstützer aus der ganzen Welt, unter anderem aus England und Schweden. In vielen Gesprächen wuchs der Wunsch, die europäischen Partnervereine künftig stärker zu vernetzen. Denn wir alle teilen dasselbe Anliegen: Benachteiligten Kindern in Indien gemeinsam mit El Shaddai eine sichere und selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.
Wie immer waren wir beeindruckt von der Kraft und Ausdauer, mit der Matthew und Julia Kurian und ihre Teams unermüdlich für die Kinder arbeiten. Das Privathaus der Kurians ist fast täglich voller Gäste – Unterstützer, Interessierte, Spender. Manche bleiben nur zum Essen, andere – wie wir – für Tage oder Wochen. Die herzliche Gastfreundschaft ist jedes Mal ein Geschenk.
Dankbarkeit und Zuversicht
Wir sind sehr dankbar für diese Wochen in Indien – für die vielen Begegnungen, neuen Freundschaften, inspirierenden Gespräche und neuen Unterstützer, die wir gewinnen konnten. Besonders gefreut hat uns, dass während unserer Zeit ein deutsches Ehepaar zu Gast bei El Shaddai war. Sie prüfen gerade, ob ein langfristiges Engagement für sie infrage kommt. Es wäre etwas ganz Besonderes für uns, wenn wir sie für die Arbeit in Mumbai gewinnen könnten.
Diese Reise hat uns einmal mehr gezeigt: Veränderung ist möglich – durch Vertrauen, Zusammenarbeit und ganz viel Herzblut. Danke, dass Sie Teil davon sind.
Für mehr Informationen oder wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Nachricht.











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